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Website-Relaunch ohne Rankingverlust: So behalten Sie Ihre Google-Positionen

Website-Relaunch ohne Rankingverlust: Weiterleitungsplan, 301, Checkliste für den Launch-Tag und was Sie danach erwarten können, nach Googles Vorgaben.

Autor
Mücahit Arslan · Mitgründer
Veröffentlicht
Lesezeit
9 Min. Lesezeit
Ein Monitor auf dem Schreibtisch zeigt den Übergang von einer alten zu einer neuen Website per Pfeil; darunter eine ansteigende grüne Linie.
Inhalt
  1. Warum sinken Rankings nach einem Relaunch?
  2. Wie riskant ist welcher Relaunch?
  3. Was ist vor dem Relaunch zu tun?
  4. Was muss außer Weiterleitungen mit umziehen?
  5. Was ist eine 301-Weiterleitung, und was unterscheidet sie von 302?
  6. Wann sollten Sie live gehen?
  7. Was prüfen Sie am Launch-Tag?
  8. Was ist anders, wenn sich die Domain ändert?
  9. Was können Sie nach dem Launch erwarten?
  10. Warum wird unsere eigene Website keine Weiterleitungen brauchen?
  11. Was sollten Sie Ihre Agentur vor dem Relaunch fragen?

Bei einem Website-Relaunch behalten Sie Ihre Google-Positionen, wenn Sie alles, was die alte Website bei Google aufgebaut hat, bewusst auf die neue übertragen: Für jede alte Adresse wird das Gegenstück auf der neuen Website festgelegt, geänderte Adressen werden per dauerhafter 301-Weiterleitung verbunden, gut rankende Inhalte gehen nicht verloren, und am Launch-Tag wird geprüft, dass keine technische Sperre übrig ist. Laut Google dauert es bei einer mittelgroßen Website einige Wochen, bis sich die neuen Adressen durchsetzen; vorübergehende Schwankungen sind in dieser Zeit normal, dauerhafte Verluste meist die Folge eines ungeplanten Relaunches.

Warum sinken Rankings nach einem Relaunch?

Rankings sinken nach einem Relaunch meist nicht wegen des neuen Designs, sondern weil das, was die alte Website bei Google aufgebaut hat, nicht mitgenommen wurde. Vier Ursachen sind am häufigsten:

  1. Adressen haben sich geändert, Weiterleitungen fehlen. Seiten, die Google seit Jahren kennt, liefern über Nacht Fehler. Links von anderen Websites laufen ins Leere.
  2. Gut rankende Inhalte sind verschwunden. Im neuen Design wurden Texte gekürzt, Seiten zusammengelegt oder gestrichen. Google findet für diese Suchen keine Antwort mehr.
  3. Eine technische Sperre ist geblieben. Die Noindex-Anweisung oder die robots.txt-Sperre, die Google von der Testumgebung fernhalten sollte, ist live noch aktiv. Google kann die neue Website gar nicht lesen.
  4. Interne Links und Sitemap zeigen auf alte Adressen. Die Website verweist intern auf Weiterleitungen oder Fehlerseiten; Google versteht die neue Struktur spät und lückenhaft.

Alle vier lassen sich vermeiden. Gemeinsam ist ihnen, dass der Relaunch nur als Designprojekt betrachtet wurde.

Wie riskant ist welcher Relaunch?

Nicht jeder Relaunch ist gleich riskant. Das Risiko hängt davon ab, wie viel von dem, was Google kennt, sich ändert:

Art des RelaunchesÄndern sich Adressen?Risiko
Nur neues Design, Adressen und Inhalte bleibenNeinGering
Neues System (etwa ein anderes CMS), Adressen bleibenNeinGering bis mittel
Neue Adressstruktur (Seitennamen, Ordner, Sprachpräfixe)JaHoch
Neue DomainJa, alleHoch
Zusammenlegung mehrerer WebsitesJaHoch

Zu wissen, in welcher Zeile Sie stehen, zeigt, wie viel Planung nötig ist. Wer selbst bei einem reinen Design-Relaunch die Adressen nicht ohne Not ändert, beseitigt einen Großteil des Risikos von vornherein.

Was ist vor dem Relaunch zu tun?

Die wichtigste Aufgabe vor dem Relaunch ist ein vollständiges Inventar der alten Website und die Festlegung, wohin jede alte Adresse künftig führt. Google nennt das URL-Zuordnung und empfiehlt sie als ersten Schritt eines Umzugs.

Inventar. Alle Adressen der alten Website werden erfasst: Seiten, Blogbeiträge, Produkte, PDFs, Bilder. Die Liste aus dem System genügt nicht; in der Google Search Console wird zusätzlich geprüft, welche Seiten tatsächlich Klicks und Impressionen bekommen und welche Seiten Links von anderen Websites haben. Die wertvollsten Seiten tauchen oft genau dort auf.

Weiterleitungsplan. Jede alte Adresse wird der einen Seite auf der neuen Website zugeordnet, deren Inhalt am nächsten liegt. Drei Regeln gelten:

  • Eins zu eins zuordnen: alte Leistungsseite auf neue Leistungsseite, alter Beitrag auf neuen Beitrag.
  • Viele alte Seiten nicht auf die Startseite bündeln. Google wertet es ausdrücklich als Fehler, zahlreiche alte Adressen auf eine einzige, nicht passende Adresse wie die Startseite umzuleiten.
  • Seiten ohne echtes Gegenstück und ohne Traffic und Links müssen nicht weitergeleitet werden; sie dürfen wegfallen.

Inhalte prüfen. Der Text gut rankender Seiten darf auf der neuen Website nicht verschwinden. Soll er gekürzt werden, entscheidet man anhand der Suchanfragen, für die welcher Abschnitt rankt.

Was muss außer Weiterleitungen mit umziehen?

Weiterleitungen ziehen die Adressen um, aber die Stärke einer Seite bei Google hängt nicht nur an ihrer Adresse. Fünf Dinge gehen beim Neuaufbau leicht verloren und müssen eigens übernommen werden.

Seitentitel und Beschreibungen. Titel und Beschreibung in den Suchergebnissen sind oft über Jahre erprobte Texte, die Klicks bringen. Auf der neuen Website braucht jede Seite ein bewusstes Gegenstück; bleiben die Felder leer, erzeugt das System selbst einen Titel, und meist einen schlechteren.

Überschriftenstruktur und Text. Hauptüberschrift und Zwischenüberschriften helfen Google, das Thema einer Seite zu verstehen. Werden sie im neuen Design zu reinen Schmucksätzen, verliert die Seite bei denselben Suchen an Kraft.

Strukturierte Daten. Waren auf der alten Website Unternehmensdaten, Produkte, FAQ oder Beiträge strukturiert ausgezeichnet, müssen dieselben Angaben auf der neuen Website mindestens gleichwertig vorhanden sein. Fehlen sie, können auch erweiterte Darstellungen in den Suchergebnissen verschwinden.

Bilder. Auch Bildadressen und Alternativtexte ranken, in der Bildersuche. Ändern sich die Adressen wichtiger Bilder, werden auch sie weitergeleitet, und ihre Beschreibungen bleiben erhalten.

Interne Links. Links aus dem Text heraus auf wichtige Seiten zeigen Google, welche Seiten zählen. Werden sie auf der neuen Website auf das Menü reduziert, verlieren wichtige Seiten an Sichtbarkeit.

Gemeinsam ist diesen fünf Punkten, dass sie Aufgabe der Inhalts- und SEO-Seite sind, nicht des Designs. Im Relaunch-Team muss deshalb von Anfang an jemand dafür zuständig sein.

Was ist eine 301-Weiterleitung, und was unterscheidet sie von 302?

Eine 301-Weiterleitung ist die Serverantwort, dass eine Seite dauerhaft umgezogen ist. Laut Googles Dokumentation zu Weiterleitungen folgt Google bei einer dauerhaften Weiterleitung (301 oder 308) dem Ziel und nutzt die Weiterleitung als Signal, dass das Ziel die kanonische Adresse ist. Bei einer vorübergehenden Weiterleitung (302 oder 307) folgt Google ebenfalls, übernimmt das Ziel aber nicht als kanonisch:

WeiterleitungBedeutungVerhalten von GoogleBeim Relaunch
301, 308DauerhaftNeue Adresse wird maßgeblichRichtig
302, 307VorübergehendAlte Adresse kann bleibenNur für echte Übergangslösungen

Google empfiehlt, wo immer möglich serverseitige dauerhafte Weiterleitungen zu nutzen. Weiterleitungen per JavaScript sind der letzte Ausweg, weil Google sie nicht immer ausführt. Zwei weitere Regeln: keine Weiterleitungsketten, jede alte Adresse führt direkt zum endgültigen Ziel; und Weiterleitungen nach Googles Empfehlung mindestens ein Jahr, in der Praxis dauerhaft, bestehen lassen.

Wann sollten Sie live gehen?

Gehen Sie in der ruhigsten Phase Ihres Geschäfts und zu Beginn eines Werktags live. Einige Wochen vorübergehender Schwankungen werden am teuersten, wenn sie in Ihre stärkste Saison fallen: für einen Onlineshop das letzte Quartal, für eine Praxis die Monate mit dem höchsten Terminaufkommen, für ein Reiseunternehmen der Saisonstart. Auch direkt vor einer großen Kampagne ist ein schlechter Zeitpunkt, weil dann organischer und bezahlter Traffic gleichzeitig auf eine neue Website trifft, die noch Fehler haben kann.

Achten Sie darauf, dass das Team in den folgenden Tagen erreichbar ist; eine Website, die am Freitagabend live geht, kann durch einen am Wochenende unbemerkten Fehler zwei Tage verlieren. Sichern Sie vor dem Launch die alte Website vollständig und den letzten Stand des Weiterleitungsplans. Geht etwas schief, ist das der schnellste Weg zurück oder zur fehlenden Seite.

Was prüfen Sie am Launch-Tag?

Am Launch-Tag wird die neue Website für Google geöffnet. Eine kurze Checkliste fängt die teuersten Fehler an diesem Tag ab:

  1. Funktionieren die Weiterleitungen? Eine Stichprobe alter Adressen aus dem Plan wird aufgerufen; jede muss direkt auf die richtige neue Seite führen.
  2. Sind die Testsperren weg? Noindex und robots.txt-Sperren aus der Testumgebung müssen entfernt sein. Google nennt sie ausdrücklich als Dinge, die nach dem Umzug entfernt werden müssen.
  3. Stimmen die Canonical-Tags? Jede Seite verweist auf ihre eigene neue Adresse als kanonische Adresse.
  4. Ist die Sitemap aktuell? Die neue Sitemap enthält nur neue Adressen und wird in der Search Console eingereicht.
  5. Zeigen interne Links auf neue Adressen? Menü, Footer und Links im Text führen direkt auf neue Seiten, nicht auf Weiterleitungen.
  6. Stimmt hreflang bei mehrsprachigen Websites? Jede Sprachversion verweist auf die neuen Adressen der anderen Sprachen.
  7. Läuft die Messung? Analysetool und Conversion-Messung sind auf der neuen Website eingerichtet, sonst sehen Sie die Wirkung des Relaunches nie.

Was ist anders, wenn sich die Domain ändert?

Ändert sich die Domain, gilt alles oben Gesagte, und ein Schritt kommt hinzu: das Tool zur Adressänderung in der Google Search Console. Es teilt Google mit, dass die Website von einer Domain auf eine andere umgezogen ist. Zwei Voraussetzungen gibt es: Von der alten Startseite führt eine 301-Weiterleitung zur neuen Startseite, und beide Domains sind in der Search Console als Ihre Properties bestätigt.

Die Wirkung des Tools ist begrenzt: Laut Google laufen die Vorgänge 180 Tage nach Beginn des Umzugs, danach erkennt Google keine Verbindung mehr zwischen alter und neuer Website. Die Weiterleitungen bleiben deshalb auch mit Tool bestehen. Ändern sich nur Ordner oder Seitennamen, wird das Tool nicht genutzt; dann genügen die Weiterleitungen.

Was können Sie nach dem Launch erwarten?

Nach dem Launch beobachten Sie einige Wochen lang, wie Google die neue Website nach und nach lernt. Laut Google kann es bei einer mittelgroßen Website einige Wochen oder länger dauern, bis die neuen Adressen die alten ersetzen, bei großen Websites länger. Vorübergehende Schwankungen sind in dieser Zeit normal.

In den ersten Wochen lohnt der Blick auf:

  • den Indexierungsbericht der Search Console: Kommen neue Adressen in den Index, fallen alte heraus?
  • Fehlerseiten: Unerwartete 404-Fehler bedeuten eine vergessene Adresse im Plan; sie wird sofort weitergeleitet.
  • die wertvollsten Seiten: Übernehmen die Nachfolger der Seiten mit dem meisten Traffic deren Rankings?
  • Conversions: Neben dem Traffic zählen Anfragen und Verkäufe; nur so sehen Sie, wie das neue Design wirkt.

Nähert sich der Traffic nach einigen Wochen nicht wieder dem alten Niveau, fehlt meist etwas im Plan: eine vergessene Seitengruppe, verlorene Inhalte, eine übrig gebliebene Sperre.

Warum wird unsere eigene Website keine Weiterleitungen brauchen?

Damit sich nach dem Launch keine Adressen ändern müssen, haben wir die Adressstruktur unserer Website vorher festgeschrieben: Domain, Sprachpräfixe und Seitennamen sind als Entscheidungen dokumentiert, die nach dem Launch nicht mehr geändert werden. Jede spätere Adressänderung hieße Weiterleitungen über die ganze Website; deshalb haben wir alle Änderungen vor dem Launch vorgenommen.

Zwei echte Beispiele:

  • Am 22. September 2026 haben wir die Adresse unserer Leistungsseite für Webdesign in allen drei Sprachen geändert. Auf Deutsch schreiben Kunden „Onlineshop“, das Wort in der alten Adresse war Branchenjargon. Wäre die Website schon live gewesen, hätte das in drei Sprachen je eigene 301-Weiterleitungen bedeutet.
  • Am 24. September 2026 haben wir einen älteren Blogbeitrag, der unseren Standard nicht erfüllte, in allen drei Sprachen entfernt. In der Begründung steht ein Satz: „Die Website ist nicht live, eine 301 ist nicht nötig.“

Außerdem leitet die Domain mit www dauerhaft auf die Adresse ohne www weiter. Automatisierte Tests prüfen bei jeder Änderung, dass sich alle internen Links öffnen lassen und keine Seite ohne internen Link bleibt. Dieselbe Prüfung setzen wir bei Relaunch-Projekten ein; der Punkt „interne Links“ der Launch-Checkliste wird bei uns nicht von Hand, sondern per Test erledigt.

Was sollten Sie Ihre Agentur vor dem Relaunch fragen?

Stellen Sie der Agentur, die Ihre Website neu aufbaut, diese Fragen, bevor Sie über Designs sprechen:

  1. Wie erstellen Sie das Inventar der alten Website, und nutzen Sie dafür Daten aus der Search Console?
  2. Kann ich den Weiterleitungsplan vor dem Launch sehen?
  3. Ändern sich Adressen, und ist das wirklich nötig?
  4. Wie bleiben die Inhalte gut rankender Seiten erhalten?
  5. Welche Prüfungen gibt es am Launch-Tag?
  6. Wie viele Wochen und anhand welcher Daten begleiten Sie die Zeit nach dem Launch?

Eine Agentur, die darauf keine klaren Antworten hat, baut Ihnen vielleicht eine schöne neue Website, sichert aber nicht Ihre Position bei Google. Worauf Sie beim Auftrag sonst achten sollten, steht in unserem Ratgeber Firmenwebsite erstellen lassen; warum die Adressstruktur bei mehrsprachigen Websites von Anfang an stimmen muss, im Beitrag zur mehrsprachigen Website.

Häufige Fragen

Eine 301-Weiterleitung ist die Antwort des Servers, dass eine Seite dauerhaft an eine andere Adresse umgezogen ist. Wer die alte Adresse aufruft, landet automatisch auf der neuen. Google wertet eine dauerhafte Weiterleitung als Signal, dass die neue Adresse die maßgebliche ist, und zeigt mit der Zeit die neue statt der alten in den Suchergebnissen. Ändern sich beim Relaunch Adressen, ist das die richtige Weiterleitung.

301 ist dauerhaft, 302 vorübergehend. Bei einer dauerhaften Weiterleitung behandelt Google die neue Adresse als maßgeblich; bei einer vorübergehenden folgt Google der Weiterleitung zwar, kann aber die alte Adresse in den Suchergebnissen behalten. Wer dauerhaft umgezogene Seiten mit 302 weiterleitet, verzögert, dass die neue Seite das Ranking übernimmt. Beim Relaunch ist fast immer 301 richtig.

Laut Google kann es bei einer mittelgroßen Website einige Wochen oder länger dauern, bis die neuen Adressen nach und nach an die Stelle der alten treten; bei großen Websites länger. In dieser Zeit sind vorübergehende Schwankungen normal. Stimmen die Weiterleitungen und sind keine Inhalte verloren gegangen, erreicht der Traffic nach einigen Wochen wieder sein altes Niveau. Ist er nach Monaten noch niedrig, fehlt etwas im Plan.

Google empfiehlt, Weiterleitungen so lange wie möglich, in der Regel mindestens ein Jahr, beizubehalten. So lange braucht es, bis Rankingsignale von den alten auf die neuen Adressen übergehen. In der Praxis gibt es keinen Grund, sie je zu entfernen: Alte Links auf anderen Websites bringen oft noch Jahre später Besucher. Behandeln Sie die Weiterleitungsliste als festen Bestandteil der Website.

Können Sie, aber es kostet. Eine gelöschte Seite verliert ihren Platz in den Suchergebnissen und den Wert der Links, die andere Websites auf sie setzen; wer sie aufruft, landet auf einer Fehlerseite. Seiten ohne Gegenstück, ohne Traffic und ohne Links zu entfernen, ist in Ordnung. Alles pauschal auf die Startseite umzuleiten, ist dagegen keine Lösung; Google wertet das ausdrücklich als Fehler.

Solange die Adressen gleich bleiben, in der Regel nicht. Ein reiner Umzug auf einen anderen Server oder Hoster ändert keine Seitenadressen und braucht daher keine Weiterleitungen. Die Risiken liegen woanders: Die Website ist während des Umzugs nicht erreichbar, der neue Server ist langsamer, oder beim Umzug fehlen Dateien. Planen Sie den Umzug in eine ruhige Zeit und prüfen Sie danach Seiten und Ladezeit.

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